Auszug aus dem aktuellen Waffengesetz § 36 

  § 36 Aufbewahrung von Waffen oder Munition


(1) Wer Waffen oder Munition besitzt, hat die erforderlichen Vorkehrungen zu treffen,
um zu verhindern, dass diese Gegenstände abhanden kommen oder Dritte sie unbefugt an
sich nehmen. Schusswaffen dürfen nur getrennt von Munition aufbewahrt werden, sofern
nicht die Aufbewahrung in einem Sicherheitsbehältnis erfolgt, das mindestens der
Norm DIN/EN 1143-1 Widerstandsgrad 0 (Stand Mai 1997) 1) oder einer Norm mit gleichem
Schutzniveau eines anderen Mitgliedstaates des Übereinkommens über den Europäischen
Wirtschaftsraum (EWR-Mitgliedstaat) entspricht.


(2) Schusswaffen, deren Erwerb nicht von der Erlaubnispflicht freigestellt ist, und
verbotene Waffen sind mindestens in einem der Norm DIN/EN 1143-1 Widerstandsgrad
0 (Stand Mai 1997) entsprechenden oder gleichwertigen Behältnis aufzubewahren; als
gleichwertig gilt insbesondere ein Behältnis der Sicherheitsstufe B nach VDMA 2) 3)
24992 (Stand Mai 1995). Für bis zu zehn Langwaffen gilt die sichere Aufbewahrung auch
in einem Behältnis als gewährleistet, das der Sicherheitsstufe A nach VDMA 24992 (Stand
Mai 1995) oder einer Norm mit gleichem Schutzniveau eines anderen EWR-Mitgliedstaates
entspricht. Vergleichbar gesicherte Räume sind als gleichwertig anzusehen.


(3) Wer erlaubnispflichtige Schusswaffen, Munition oder verbotene Waffen besitzt oder
die Erteilung einer Erlaubnis zum Besitz beantragt hat, hat der zuständigen Behörde
die zur sicheren Aufbewahrung getroffenen oder vorgesehenen Maßnahmen nachzuweisen.
Besitzer von erlaubnispflichtigen Schusswaffen, Munition oder verbotenen Waffen haben
außerdem der Behörde zur Überprüfung der Pflichten aus den Absätzen 1 und 2 Zutritt
zu den Räumen zu gestatten, in denen die Waffen und die Munition aufbewahrt werden.
Wohnräume dürfen gegen den Willen des Inhabers nur zur Verhütung dringender Gefahren
für die öffentliche Sicherheit betreten werden; das Grundrecht der Unverletzlichkeit
der Wohnung (Artikel 13 des Grundgesetzes) wird insoweit eingeschränkt.


(4) Entspricht die bisherige Aufbewahrung von Waffen oder Munition, deren Erwerb
und Besitz ihrer Art nach der Erlaubnis bedarf, nicht den in diesem Gesetz oder
in einer Rechtsverordnung nach Absatz 5 festgelegten Anforderungen, so hat der
Besitzer bis zum 31. August 2003 die ergänzenden Vorkehrungen zur Gewährleistung einer
diesen Anforderungen entsprechenden Aufbewahrung vorzunehmen. Dies ist gegenüber der
zuständigen Behörde innerhalb der Frist des Satzes 1 anzuzeigen und nachzuweisen.


(5) Das Bundesministerium des Innern wird ermächtigt, nach Anhörung der beteiligten
Kreise durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates unter Berücksichtigung des
Standes der Technik, der Art und Zahl der Waffen, der Munition oder der Örtlichkeit von
den Anforderungen an die Aufbewahrung abzusehen oder zusätzliche Anforderungen an die
Aufbewahrung oder die Sicherung der Waffe festzulegen. Dabei können
1. Anforderungen an technische Sicherungssysteme zur Verhinderung einer unberechtigten
Wegnahme oder Nutzung von Schusswaffen,
2. die Nachrüstung oder der Austausch vorhandener Sicherungssysteme,
3. die Ausstattung der Schusswaffe mit mechanischen, elektronischen oder biometrischen
Sicherungssystemen
festgelegt werden.


(6) Ist im Einzelfall, insbesondere wegen der Art und Zahl der aufzubewahrenden Waffen
oder Munition oder wegen des Ortes der Aufbewahrung, ein höherer Sicherheitsstandard
erforderlich, hat die zuständige Behörde die notwendigen Ergänzungen anzuordnen und zu
deren Umsetzung eine angemessene Frist zu setzen.
1) Herausgegeben im Beuth-Verlag GmbH, Berlin und Köln.
2) Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V.
3 Herausgegeben im Beuth-Verlag GmbH, Berlin und Köln.